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Gassi gehen ist mit lauffreudigen Hunden kein Zuckerschelcken

Der richtige Umgang mit lauffreudigen Hunden

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Wenn ein Hund zu Hause einziehen soll, darf nicht nur die Optik eine Rolle spielen. Viel entscheidender ist die Haltung. Kann der Traumhund überhaupt artgerecht gehalten werden? Lauffreudige Hunde, wie der Appenzeller Sennenhund, verlangen ihren Haltern einiges an Zeit ab. Eine Runde ums Haus Gassi gehen wird ein solches Tier nicht glücklich machen. Auch eine Unterbringung im Zwinger kommt nicht infrage. Idealerweise steht ein Haus mit Grundstück zur Verfügung. Das Leben in der Stadt oder in einer Wohnung ist eher ungeeignet – wenn auch nicht unmöglich. Ländliche Gegenden sind ideal für bewegungsfreudige Hunde. Dabei ist zu beachten, dass ein großes Grundstück keinesfalls das Gassi gehen ersetzen kann.

Bewegung heißt Gesundheit

Drei- bis viermal am Tag muss der Hund raus. Gassi gehen darf dabei nicht nur als Verrichtung des Geschäfts betrachtet werden. Bewegung ist für die Tiere wichtig, um dauerhaft gesund zu bleiben. Fehlt diese, drohen gesundheitliche Probleme wie Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten. Zum richtigen Auslaufen gehört auch der Gang ohne Leine, damit der Hund sein Laufbedürfnis vollständig ausleben kann. Hierbei muss die Umgebung stimmen. Nicht überall bietet sich leinenloses Gassi gehen an. Ideal ist ein Ausflug in die Natur. Ach an ruhigen Orten sollte das Tier stets im Blick bleiben. Der Jagdtrieb ist beim Appenzeller Sennenhund zwar nicht übermäßig stark ausgeprägt, kann sich aber bemerkbar machen. Jedes Tier ist zudem anders. Egal wo es letztlich hingehen soll – bis zu vier Stunden täglich müssen für einen erwachsenen Hund mit hohem Bewegungsdrang eingeplant werden. Die Dauer der Ausflüge kann jedoch variieren. So bietet sich ein besonders ausgedehnter Spaziergang in Kombination mit mehreren kurzen an.

Bedürfnisse von Welpen

Anders sieht es bei Welpen aus. Diesen tut man mit zu ausgedehnten Spaziergängen noch keinen Gefallen. Im Gegenteil, man würde den Tieren im schlimmsten Fall sogar schaden. Gelenkschäden sind dann vorprogrammiert. Für den Anfang reichen kurze Spaziergänge. Dafür muss ein junges Tier noch deutlich öfter austreten. Der tierische Begleiter teilt durch Signale mit, wenn er zu viel hat. Im Interesse des Tieres sollten diese nicht ignoriert werden. Letztlich sind Tier und Halter gleichermaßen gestresst, wenn der Hund gegen seinen Willen zum weiteren Gassi gehen bewegt werden soll, obwohl er genug hat. Wer sich einen Welpen ins Haus holen möchte, muss viel Zeit und Geduld für die Aufzucht einplanen. Der Appenzeller Sennenhund ist, wie viele lauffreudige Hunde, zwar ein sehr lebhaftes Tier, aber ideal für Familien. Er wurde früher vor allem als Hüte- und Wachhund eingesetzt, wodurch er einen Schutztrieb hat. Am wohlsten fühlt er sich, wenn er in das Familienleben aktiv eingebunden wird. Er liebt es gefordert zu werden – sowohl beim Gassi gehen, als auch zu Hause. Auch sportliche Hundehalter treffen mit der Rasse eine gute Wahl. Durch den hohen Bewegungsdrang des Tieres können Halter und Hund gut miteinander leben.

Gassi gehen – Nicht die einzige Beschäftigung für Hunde

Mit Gassi gehen ist die Hundehaltung allerdings nicht abgeschlossen. Auch darüber hinaus möchte der vierbeinige Mitbewohner beschäftigt werden. Spielzeiten sollten in den Alltag mit Hund fest integriert werden. Einmal so richtig ausgelassen toben, herumtollen und sich ausleben – das macht beiden Seiten Spaß. Oftmals haben Kinder viel Freude beim Spiel mit dem tierischen Partner. Erwachsene sollten ein Auge auf das Spiel mit dem Hund haben und anleiten. Lauffreudige Hunde sind zudem ideale Begleiter beim Joggen, Radfahren und Reiten. Wer sein Tier fordern möchte, kann auf den Hundesport Agility setzen. Bei diesem muss ein Parcours gemeistert werden. Die Tiere sollen in einer festgelegten Zeit Hindernisse bewältigen. Natürlich ist Agility kein Muss. Grundsätzlich spielt es keine Rolle, wie der Bewegungsdrang vom Hund befriedigt wird. Wichtig ist, dass das Tier ihn artgerecht ausleben kann. Dafür braucht es nicht zwangsläufig Hundesport. Ein Ausflug in die freie Natur kann den Hund ebenso fordern und auslasten, wenn er entsprechend gestaltet wird. Natürlich kann auch kombiniert werden. Agility schließt gemeinsame Joggingrunden nicht aus. Es muss nur darauf geachtet werden, dass der Begleiter auf vier Pfoten nicht überanstrengt wird. Auch ein noch so lauffreudiger Hund hat seine Grenzen. Verfassung und Alter des Tieres spielen dabei eine wichtige Rolle, die nie außer Acht gelassen werden darf.

Der beste Freund verzeiht viel

Muss der Hund einmal auf sein gewohntes Programm verzichten, wird das nicht gleich zum Problem. Das Tier wird es dem Halter nicht krummnehmen, wenn der Spaziergang an einem stressigen Tag etwas zurückstehen muss und kürzer als gewöhnlich ausfällt. Diese seltenen Ausnahmen dürfen jedoch nicht die Regel werden. Wenn nötig, muss frühzeitig Unterstützung gesucht werden. Die kann aus dem Bekannten- oder Familienkreis kommen, oder ein Tiersitter sein. Der richtige Umgang mit dem Hund sollte jedoch Voraussetzung sein.

Haltung und Planung

Appenzeller Sennenhunde bestechen durch ihr Aussehen, haben allerdings eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren. Diese Tatsache sollte unbedingt mit in die Kaufentscheidung fließen. Es sollte nicht nur auf die momentane Situation geachtet werden, sondern auch voraus geplant werden. Kann der Vierbeiner dauerhaft artgerecht gehalten werden? Es ist nicht ratsam, aus dem Affekt heraus ein Tier zu kaufen, weil es gerade in das Leben passt. Auch Tiere können depressiv werden. Sie haben nichts in der Familie zu suchen, wenn nicht dauerhaft ausreichend Zeit und Interesse vorhanden sind. Insbesondere Eltern sollten sich diesen Punkt vor Augen führen. Ein Hund ist kein Accessoire und Kinderspielzeug, sondern ein Lebewesen. Das anfängliche Interesse kann schnell abebben. Darauf sollte man sich schon vor der Anschaffung einstellen und bereit sein, alle nötigen Aufgaben in diesem Fall selbst zu übernehmen. Hier gibt es weitere Infos zum Appenzeller Sennenhund.

Bildquelle: Nikola S/Bigstock.com

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